Die Grenzregion

Hier kommen unsere köstlichen
Trockenfrüchte her

Durch geschichtliche Ereignisse haben sich auf der Insel Hispaniola zwei erstaunlich unterschiedliche Kulturen entwickelt.

In der nördlichen Grenzregion, woher wir unsere Produkte beziehen, treffen diese Kulturen aufeinander und verschmelzen zu einer unglaublichen kulturellen, natürlichen und kulinarischen Vielfalt. Bei einem Spaziergang durch die Grenzstadt Restauración begegnet man einer sprachlichen Abwechslung von Spanisch, Kreol sowie Französisch und auch musikalisch reicht das Spektrum von Bachata, Merengue, Dembo bis Kompa. Das Leben findet hier nicht in den Häusern statt, sondern vor allem auf der Straße. So ist es auch nicht überraschend, dass einige Musikanlagen im Fenster nach außen gerichtet stehen. Immer wieder trifft man auf kleine Domino-Runden, das beliebteste Gesellschaftsspiel in der DomRep. Sportlich sind die Grenzen klar abgesteckt, während Dominikaner Basketball und Baseball spielen gibt es für die Haitianer nur Fußball. An Markttagen kommen vor allem haitianische Frauen mit ihren Produkten über die Grenze. Neben selbst angebauten Nahrungsmitteln bringen sie vor allem Textilien, die von Kleiderspenden aus den USA stammen. Unter ihrem Sonnenschutz sitzend, breiten sie ihre Produkte aus und tauchen die Straße in bunte Farben.

Zu dieser spannenden Vielfalt gehören allerdings auch bedrückende Gegensätze. Ohne Beschilderung merkt man umgehend, wann man die Grenze überquert. Getrieben von Armut und mangelnder Kontrolle hat beispielsweise die Entwaldung in Haiti erschreckende Ausmaße angenommen.

Überquert man hier die Grenze lässt man auch den Wald hinter sich. In Haiti sind nur noch 3% der ursprünglichen Bewaldung geblieben, was verheerende Auswirkungen auf das Ökosystem und das Leben der Menschen hat. Auf beiden Seiten leben die Menschen fast ausschließlich von der Landwirtschaft, wobei auf dominikanischer Seite auch noch die Wälder bewirtschaftet werden können. Die Dörfer auf haitianischer Seite der Grenze fühlen sich von ihrer Regierung vergessen. Viele Dinge die wir im alltäglichen Leben als selbstverständlich erachten gibt es hier nicht. Ihnen fehlen sowohl Wasser- als auch Stromanschlüsse, die Straßen sind milde ausgedrückt marode und um das nächste Krankenhaus zu erreichen muss man schon ein fitter Marathonläufer sein. Klar, dass da die besseren Lebensbedingungen in der Dominikanischen Republik viele Haitianer dazu antreiben Arbeit im Nachbarland zu suchen. Als illegale Migranten erledigen sie meist schlecht bezahlte Gelegenheitsjobs und hoffen sich hier ein Leben aufzubauen. Leider entstehen hierdurch auch soziale Spannungen zwischen den beiden Kulturen, da sie als illegale Migranten nicht immer willkommen sind und leider oft dementsprechend behandelt werden. Umso schöner ist es daher jeden Sonntag Abend den „CarWash“ zu besuchen. Tagsüber zur Autowäsche, kommt man hier Sonntagabend zusammen und tanzt zu dominikanischer und haitianischer Musik.

Text: Marian Breitenbücher
Karte: NASA/Goddard Space Flight Center Scientific Visualization Studio
Bilder: mmonoProduction.